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13.05.2026
Und wieder Neues aus der Pudelkinderstube! Willkommen im Leben! Alle Welpen haben nun die Augen vollends geöffnet und werden langsam immer munterer. Sie sind nun beinahe schon richtige kleine Hunde!
Noch etwas ungelenk, aber doch koordiniert können die Hundekinder nun den Körper recht gut auf die vier Beine stellen. Sie verlassen nun langsam den Altersabschnitt des "Saugwelpen", und sind immer mehr bereit, Neues zu erleben!
Voller Aufregung stolpern sie übereinander und auch über ihre eigenen Beinchen, wenn Mama Belle zum Säugen zu ihnen kommt. Arg strapaziert ist mittlerweile das schwere Gesäuge der Hündin, und wir werden in den nächsten Tagen beginnen, die hungrige kleine Familie an die erste feste Nahrung zu gewöhnen.
Die Muttermilch reicht zwar immer noch recht gut aus, um die Welpen zu sättigen, allerdings müssen wir auch an die Gesundheit der Hündin denken. Mit gut drei Wochen ist in jedem Fall der richtige Zeitpunkt gekommen, mit den ersten kleinen Mahlzeiten zu beginnen. Belle wird in jedem Fall noch weiter säugen.
Dieses Säugen geschieht jetzt schon im sitzen, denn gar zu ungestüm erwarten die Welpen ihre Mutter, die sich nicht mehr gern in die kleine stürmische wilde Horde legen möchte. Und wenn erst die ersten spitzen Milchzähnchen durchbrechen - ja auch Hundekinder haben ein Milchgebiß - wird Belle schnell das Abstillen einleiten.
... die Welpen haben sich wunderbar entwickelt, können nun laufen und auch schon sitzen, und ihre Gewichte bewegen sich nun bei 2 Kilogramm.
... und wir haben auch schon gelernt, daß wir nicht allein auf der Welt sind! In diesem Alter lernen sich die Welpen gegenseitig kennen. Das "Sehen auf Entfernung" wir immer besser: Wenn Mutterhündin Belle nach dem Rechten sieht wird sie stürmisch und aufgeregt erwartet.
Und - wunderschön - die Welpen beginnen nun, unsere Besuche und die damit verbundenen liebevollen Streicheleinheiten zu genießen! Ganz schnell haben sie nun unsere Hände kennengelernt, die anfänglichen Unsicherheiten beim Wiegen sind verflogen, und das Hochnehmen der Welpen ist keine Aufregung mehr. Auch der Staubsauger, der täglich läuft, regt hier niemanden mehr auf!
Aber kleine Hundekinder sollen sich ja an alle Haushaltsgeräusche möglichst frühzeitig gewöhnen, um später unerschrocken in ihre neuen Familien einzuziehen. Nein, "in Watte packen" werden wir den Großpudelnachwuchs nicht!
Wir gehen bei der Gewöhnung an Neues nicht nach einem bestimmten Schema vor, sondern bemühen uns, die Welpen in ihrer jeweiligen Reifestufe altersgerecht zu fördern und zu fordern.
Wie gesagt: In den nächsten Tagen gibt es die erste feste Nahrung, ein Berg Fleisch steht schon bereit!
Und dann warten wir auch auf besseres Wetter, damit die Welpen Luft und etwas Sonnenschein kennenlernen können.
07.05.2026
Heute möchten wir wieder von den Fortschritten der Großpudelwelpen unserer Hündin Belle berichten.
Allen Welpen geht es sehr gut, sie haben sich wieder ein ganz tolles Stück nach vorn entwickelt und sind mit nun 15 Tagen dabei, Augen und Ohren zu öffnen. Das Öffnen der Augen vollzieht sich über mehrere Tage, und anfangs ist der Blick noch milchig und unklar. Auch sind die Augen noch recht lichtempfindlich, und alle Welpen haben in diesem Alter noch blaue Augen! Das Pigment bildet sich erst später, wenn die Augen ihre endgültige Farbe bekommen.
... im Alter von 12 Tagen sind die Augen noch fest geschlossen.
Die beiden Bilder sind bereits drei Tage alt, und alle Welpen haben in den letzten Tagen wieder einen schönen Entwicklungsfortschritt gemacht. Die Gewichte bewegen sich jetzt zwischen 1300 und 1600 Gramm. Mutterhündin Belle muß nun, in der dritten Säugewoche, eine beträchtliche Menge Milch produzieren. Diese dritte Woche ist die stärkste Säugewoche. Die Wachstum der Welpen müssen wir tatsächlich nun als "stürmisch" bezeichnen, und zu Beginn der vierten Lebenswoche fangen wir in der Regel an, feste Nahrung zusätzlich zur Muttermilch zu füttern.
Belle frißt unglaubliche Mengen und hat, so kommt es uns vor, eigentlich ständig Appetit. Wir sind recht froh, daß die Anzahl der Welpen überschaubar ist (Großpudel können Würfe mit 12 und 14 Welpen haben). So bekommt jeder Welpe die Milchmenge, die er für eine gute Entwicklung benötigt. Ein zu frühes Zufüttern ist bei diesem Wurf nicht notwendig, denn alle Welpen sind die meiste Zeit des Tages satt, ruhig und zufrieden.
Sie verbringen immer noch die meiste Zeit mit Schlafen, auch wenn wir jetzt schon kurze Aktivitätsphasen bemerken können.
Die Bewegungen werden langsam koordinierter, die Welpen beginnen, ihren Vorderkörper für kurze Momente hochzustemmen und sind alle in heller Aufregung, wenn Mama Belle wieder zum Säugen kommt.
Für Belle ist es eine dauerhafte Anwesenheit bei ihren Welpen nicht mehr nötig, sie gönnt sich gern Pausen außerhalb des Wurflagers. Natürlich hat sie immer ein waches Ohr für ihre Kinder und duldet immer noch keine allzugroße Nähe unserer anderen Rudelmitglieder.
Wir nehmen Belle seit einigen Tagen auch schon wieder auf unsere Morgenrunde in die Felder mit. Die Bewegung tut ihr gut, und wir können so die Vitalität der Hündin überprüfen. In der Regel schlafen die Welpen bei unserer Rückkehr tief und fest, so daß Belle oft selbst noch ein Schläfchen auf dem Sofa an die kleine Wanderung anschließen kann.
...ohne Größenvergleich ist das Wachstum nicht leicht einzuschätzen, wir wissen es. Orientiert Euch also an den Gewichten: Geboren mit 400g haben die Welpen ihr Geburtsgewicht in der dritten Lebenswoche nahezu vervierfacht!
Belle hält die Welpen in diesem Alter wunderbar sauber, denn Hundemütter fressen alle Ausscheidungen und halten so das Wurflager rein. Das wird sich mit der ersten festen Mahlzeit ändern. Dann sind wir als "Putzmänner" gefragt!
... in den nächsten Tagen können wir Euch viel schönere Bilder zeigen, denn dann sind bei allen Welpen die Augen offen. Mit dem Blitzlicht der Kamera müssen wir noch ein wenig vorsichtig sein...
Was ist sonst noch passiert? Alle Welpen haben mit wenig Freude und leichtem Ekel den bitteren Saft der ersten Wurmkur geschluckt... Mir tut es jedesmal ein wenig leid, aber um eine wurmfreie Aufzucht zu gewährleisten ist diese erste Wurmkur wichtig. Die Infektion mit (Spul-)wurmlarven erfolgt manchmal schon im Mutterleib über die Nabelschnur und den Blutkreislauf. Auch das Gesäuge entläßt durch die hormonelle Umstellung Wurmlarven in die Muttermilch. Gerade wenn die Hunde freien Auslauf in den Feldern haben können wir nicht ganz vermeiden, daß sie - wenn auch selten - eine tote Maus fressen...
Dazu kommt noch, daß Mutter Belle Mäuse für eine ganz gelungene Zwischenmahlzeit hält, und morgens meistens voller Eifer unsere kleine Terrasse untersucht. Hier legen unsere Katzen des öfteren ihre Jagdbeute ab, und manchmal sind die Hunde eben schneller als wir. Die Wurmkuren sind also unverzichtbar, außerdem sind sie - genau wie die Impfungen - vom Zuchtverband vorgeschrieben, wir müssen alles gut dokumentieren und unsere Aufzeichnungen zur "Wurfabnahme" in der achten Lebenswoche vorweisen.
Bis zur Abgabe ins neue Zuhause werden noch zwei weitere Wurmkuren folgen, und auch nach dem Umzug sollen die Welpen zwei Tage vor der Auffrischungsimpfung mit 12 Wochen eine weitere Wurmkur von ihren neuen Besitzern bekommen.
Die zweite Pflegeeinheit war viel weniger beeindruckend: An allen 10 Vorderkrallen haben wir die nadelscharfen Spitzen stumpf gefeilt, wir hatten es angekündigt. Davon merken die Welpen so gut wie nichts.
Beim täglichen Wiegen erstaunt uns immer wieder das unbändige Leben, das in jedem der kleinen Kerlchen steckt! Die Kleinen blinden Hundekinder vermissen sofort nach dem Hochnehmen den wohligen Kontakt von Mamas Bauch und ihre warmen und weichen Geschwister. Sie beruhigen sich schnell, wenn wir ihre kleinen Köpfchen in die geschlossene Hand nehmen. Die Berührung der Hand schafft augenscheinlich einen guten Ersatz für den Kontakt zu Mutterhündin und anderen Welpen. Wir sind sicher: Die Welpen fangen schon jetzt an, den Menschen, seine Stimme und seinen Duft wahrzunehmen. Dieser erste liebevolle Kontakt baut ganz langsam ein Fundament für die weitere Sozialisierung, auf die wir uns bei jedem Wurf sehr freuen...
... schon kurz nach dem Wiegen schlafen die Welpen weiter in den Tag hinein und wärmen sich dabei gegenseitig...
02.05.2026
Unsere Hundekinder sind alle wohlauf und wachsen ihrem Hundeleben entgegen. Mutter Belle hat viel Milch und kümmert sich wunderbar um ihre Welpen, die mittlerweile schon über ein Kilogramm auf die Waage bringen.
Wir sehen, daß die dicken, wonnigen Körperchen kräftige und runde Bäuchlein bekommen! Viel Kraft steckt noch nicht in den Beinchen, die einmal den Hundekörper tragen sollen, und die meiste Zeit verbringen die Welpen mit Schlafen und Trinken.
Wir überprüfen täglich das Gewicht der Welpen, wie schon gesagt ist die tägliche Zunahme ein Indikator für die gesunde Entwicklung der Welpen. Natürlich bekommt jedes Hundekind bei dieser Gelegenheit auch liebevolle Zuwendung, gleichzeitig kontrollieren wir Popo und Nabel und wir meinen, daß auch dieser erste intensive Kontakt zwischen Saugwelpe und Mensch uns gegenseitig schon jetzt vertraut macht.
Bei allen Welpen ist der Nabel sehr gut verheilt, und die anfängliche leichte Schwellung ist verschwunden. Auch damit sind wir sehr zufrieden.
... immer noch blind und taub bewegen sich die Saugwelpen doch schon mit einiger Kraft und wir müssen aufpassen, daß keiner von der Waage robbt! Die Welpen bemerken genau, daß sie in diesem Moment die schützende, gewohnte Nähe zu ihren Geschwistern und Mama Belle nicht mehr haben! In kreisender kriechender Bewegung versuchen sie, den Pulk Geschwister wiederzufinden. Aber zum Glück ist das tägliche Wiegen ja eine Sache von Sekunden, und gleich sind alle wieder beisammen.
... ein kleiner roter Rüde, ich meine es war der kleine Raik!
Etwas stumpf ist der Gesichtsausdruck noch, die Augen sind fest geschlossen, obwohl wir schon eine schöne Differenzierung der Lidspalten beobachten können. In wenigen Tagen ändert sich alles: In der kommenden Woche werden die ersten Hundekinder ihre Augen öffnen. Wir freuen uns sehr auf diesen Moment, auch wenn - ähnlich wie bei Menschenkindern - das scharfe Sehen noch ein paar Tage des Trainings bedarf...
Auch die erste Pflegeeinheit steht uns bevor, denn allen Welpen müssen die Krallenspitzen an den Vorderbeine rund gefeilt werden. Anders als die Wolfswelpen in der gegrabenen Erdhöhle liegen unsere Welpen auf weichen Badetüchern. Hier fehlt die abschleifende Wirkung des blanken Erdbodens, und so sind die kleine Krallen nadelspitz. Belles Gesäuge zeigt schon die ersten derben Kratzer, denn die Welpen müssen zu Beginn des Trinkens - Belle macht ja jetzt schon viele Pausen während des Tages - das Gesäuge erst "anrüsten".
Dies geschieht durch eifrigen massierenden Einsatz der kleine Vorderpfötchen. Nach etwa einer Minute beginnt Belle die Milch quasi "loszulassen" und wir sehen dann ein zufrieden trinkendes Hundekind.
Wir müssen also hier die Infektionsquelle am Gesäuge durch ein Stumpfmachen der Krallen ausschalten, denn eine Gesäugeentzündung ist unangenehm und schmerzhaft für die tapfere Mutterhündin.
Wir werden Euch natürlich davon berichten!
26.04.2026
Heute sind die Hundekinder schon drei Tage alt und haben augenscheinlich den Geburtsstreß sehr gut verarbeitet. Wir sind in der glücklichen Situation, daß Belle eine Hündin ist, die gleich nach der Geburt viel Milch produziert, und so haben alle Welpen schon fast 250g an Gewicht zugelegt. Für uns als erfahrene Züchter kaum zu glauben, haben wir doch auch schon Anderes erlebt!
Mama Belle geht es auch gut, sie kümmert sich voller Hingabe um ihre Babys und verläßt sie nur, um zu Fressen oder für kurze Zeit in den Garten zu gehen. Sie meldet all ihre Bedürfnisse deutlich bei uns an, auch nachts um 3.30 Uhr, so daß diese erste Phase für alle Beteiligten mit einem leichten Schlafdefizit einhergeht!
Wir wiegen die Welpen täglich, und können bei beobachteter Gewichtszunahme recht sicher sein, daß alle Hundekinder gesund sind.
Um die Welpen einwandfrei identifizieren zu können, gibt es in vielen Zuchten bunte Halbänder mit Klettverschluß. Wir lehnen diese Art der Kennzeichnung ab, besteht doch immer ein Risiko, daß die Mutterhündin mit den Zähnen beim Putzen der Welpen hängenbleibt. Auch die im Vergleich zu den Welpen riesigen Krallen wollen meiner Meinung nach in diesem zarten Alter nicht zu diesen jungen Tieren passen. Seht selbst: Wir kennzeichnen mit einem winzigen Farbtupfer auf dem Schwanzansatz, der alle vier bis fünf Tage erneuert werden muß:
... wir sehen hier rechts im Bild den Popo des kleinen Rüden Raik, der eine violette Markierung trägt. Er wird diese Farbe tragen bis er uns verläßt und wird daran jederzeit einwandfrei zu identifizieren sein.
Die Welpen in der Neugeborenenphase. Das bedeutet, daß sie weder Sehen noch Hören können. Augen und Ohren sind noch fest verschlossen. Allein Ihr Wärmesinn und ihr Geruchssinn sind sehr gut ausgebildet, und so finden sie allein und aktiv die Mutter Belle wieder, wenn diese sich nach dem Gang in den Garten oder nach dem Fressen neben die kleine Truppe legt.
Hündinnen mit guten Mutterinstinkten legen sich niemals direkt in die Welpen hinein. Dies ist ein Schutzinstinkt, denn zu leicht kann ein so junges Tier dabei Schaden nehmen oder sogar erdrückt werden. Aus diesem Grund müssen auch wir rund um die Uhr ein waches Auge auf das Geschehen in der Wurfbox haben...
Zunächst ungerichtet kriechend auf dem Bauch, finden die Welpen instinktiv die Richtung, die ihnen Milch, Schutz und Wärme verspricht. Diese erste Fortbewegung ist erstaunlich effektiv, wenn auch die Welpen noch weit davon entfernt sind, ihre kleinen dicken Bäuchlein vom Boden abzuheben.
Es ist eine wunderbare Phase für uns Hundebesitzer! Wir können uns kaum sattsehen an den kleinen Füßchen, die kleiner als ein Daumennagel sind, und auch die winzigen Läppchen, die am Kopf hängen und einmal Ohren werden wollen sind allerliebst anzusehen. Unglaublich, aber oft Träumen die Welpen bereits in diesem Alter!
... die kleine Hündin Rahni hat die Rückkehr von Mama Belle schon bemerkt...
Unglaublich, das halbe Geburtsgewicht haben die Welpen schon jetzt zugelegt! Ein guter Start ins Leben!
... wir werden weiter berichten.
23.04.2026
Es ist soweit! Belle hat in einer leichten Geburt ihre wunderschönen Babys zur Welt gebracht! Wir möchten Euch natürlich berichten, wie es gegangen ist:
Schon am Dienstag abend dachten wir, daß etwas im Gange sei... Belle war unruhig, wollte ihr Abendessen nicht mehr fressen und wirkte abgeschlagen. Ihr enorm dicker Bauch war ihr ja schon länger hinderlich, und auch die Körpertemperatur, die wir seit Tagen schon akribisch überwacht haben, war abgesunken. Für uns untrügliche Zeichen der herannahenden Niederkunft...
Den Abend haben wir dann mit viel Hecheln, unruhigem Hin- und Herlaufen und vielen Gängen in den Garten verbracht. Geschlafen haben wir alle kaum, denn man weiß nie wann und wie schnell die Geburt einsetzt. Obwohl Belle bei ihrer letzten Niederkunft große Sicherheit im Umgang mit ihren Neugeborenen gezeigt hat, kann eine Hündin gerade bei den ersten Welpen leicht überfordert sein. Greift der Mensch dann nicht ein, können Welpen versterben. Das ist sehr traurig! Wir sind natürlich jedes Mal angespannt, und so war dann die Nacht auf den Mittwoch nicht erholsam!
Auch der Morgen brachte Belle noch keine Erleichterung, ihr Appetit war gänzlich verschwunden. Belle suchte unablässig unsere Nähe; es hatte fast den Anschein als bäte sie um Beistand! Ich versuchte, ihr die letzten Stunden so leicht wie möglich zu machen. Gegen Mittag war ich mit den Hunden allein zu Hause, und es kehrte Ruhe ein. Meistens suchen Hündinnen ruhige Stunden und sind durchaus in der Lage, den Beginn der Niederkunft zu steuern.
Wir versuchten dann auch eine Mittagspause im Wurflager zu machen, und zum Glück ist dieser erste geschützte Platz groß genug für Mensch und Hund!
Meine Einschätzung war recht gut, denn kurz vor dem Mittagsläuten setzten die Wehen ein, und mit den ersten Glockenschlägen halte ich das erste nasse, kleine, unendlich süße Bündel Hündchen in den Händen! Belle nabelt vorbildlich ab, ich mache das Mäulchen frei vom Geburtswasser und rubbele zusammen mit Mama Belles warmer Zunge vorsichtig Leben in die kleine Rahni. Auf diesen Namen habe ich mich schon gefreut, erinnert er mich doch an eine sehr liebe und stolze Hündin meiner Kindheit...
Rahni wiegt stolze 430g, was viel für ein neugeborenes Großpudelkind ist. Aber Belles Kinder sind ja auch beim letzten Wurf recht kräftig gewesen. So sind wir es zufrieden, und bald liegt die kleine Hündin warm an der Milchleiste ihrer Mutter. Belle läßt sich Zeit, und es dauert bis ein Uhr, bis Wehen die nächste Geburt ankündigen. Belle kostet es nun doch einige Mühe, der kleine Rüde - ich nene ihn Rico - wiegt stolze 465 Gramm! Ein schöner Rüde, der mit spitzem Schrei gegen die intensive Wäsche von Belle protestiert und sofort nach der Geburt zu trinken beginnt.
Belle ist sichtlich erschöpft und macht eine lange Pause. Ich beginne mir natürlich Sorgen zu machen, denn ein zu langer Abstand zwischen den Welpen könnte auf Komplikationen deuten. Tatsächlich dauert es bis 15.48, bis in einem großen Schwall Fruchtwasser die nächste Hündin geboren wird. Ich nenne sie Ruby - sie hat ein schönes Mahagonierot und steht ihrem älteren Bruder kaum im Gewicht nach! Mit 450g hat sie ein superpassables Geburtsgewicht. Die Fütterung der Hündin während der Trächtigkeit ist immer eine etwas heikle Angelegenheit, denn zu gute Versorgung kann zu Schwergeburten führen. Ich denke wir haben das richtige Mittelmaß gefunden, denn die Welpen sind bisher zwar kräftig, aber keinesfalls zu schwer.
Es dauert dann wieder eine Stunde, bis nach wenigen Wehen ein sehr dunkler, mit 350g etwas leichterer unendlich goldiger kleiner Kerl zur Welt kommt. Ich nenne den kleinen Mann "Robin", und haben kaum Zeit zum Wiegen, Abnabeln, und für die erste Desinfektion des Nabels, als um 17.10 ein weiterer kleiner Rüde, er soll "Rudi" heißen, daherrutscht. Der kleine Rudi ist fit und agil, schnell für den ersten Schluck Milch bereit und wiegt ebenfalls mit 417g mehr als der Durchschnitt der Großpudelwelpen.
Ein leicht mulmiges Gefühl beschleicht mich, denke ich doch an die vielen Wünsche der Welpeninteressenten nach einem kleinen Hundemädchen! Aber natürlich habe ich nicht den geringsten Einfluß auf das Geschlecht der geborenen Welpen und als ich das nächste Hundekind nach wenigen starken Preßwehen um 17.32 in den Händen halte, frage ich mich im Stillen, wie man denn nur einen so vollkommenen, kleinen Hundemann weniger lieben kann?... Ich nenne den kleinen roten Hundemann (englisch) "Ralph", und - ist es wegen seines lustigen Namens? - weiß jetz schon, daß es mir schwer fallen wird, ihn in wenigen Wochen ins Leben zu entlassen...
Ich habe die Hoffnung auf eine weitere Hundedame schon fast aufgegeben, und es dauert tatsächlich auch noch gut zwei Stunden bis noch ein Wehenschub das letzte Hundekind ans Licht der Welt bringt...
Wie sollte es anders sein? Auch das letzte Hundekind ist ein kleiner wunderbar dunkelroter Rüde. Ich gebe ihm den Namen "Raik" und kann der Waage kaum trauen: Mit 540g ist Raik der schwerste Rüde im Wurf! Das muß nicht so bleiben... wir haben schon so manche Überraschungen in der Größen- und Gewichtsentwicklung erlebt.
Belle möchte hinaus, trinkt danach ausgiebig Wasser, und ich taste vorsichtig nach weiteren Welpen. Tatsächlich kommt kein weiteres Hundekind auf die Welt, und nach zwei weiteren Stunden entspannt sich das ganze Haus und die kleine Familie ruht auf sauberen Decken und einem großen Badetuch. Ich werfe die erste Waschmaschine an, denn eine Hundegeburt ist wahrlich keine ganz saubere Angelegenheit, gönne mir einen heißen Tee und etwas übriggebliebenes Rührei vom Frühstück und denke: Was für ein schöner Wurf... und was für ein ereignisreicher schöner Tag! Ich gebe unserem Tierarzt eine kurze whatsapp Entwarnung...
Belle scheint dankbar für den Beistand, leckt mir kurz die Hände, ist aber sofort mit allen Sinnen wieder bei ihrem Nest und dem zarten Leben, daß nun zum erstenmal satt und zufrieden in der warmen Mulde zwischen Mama Belles Bauch und ihren Hinterschenkeln schläft...
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